10. Tag: Viel Mumbai in einem Tag
January 9th, 2013. Published under 06. bis 10. Tag, Alle Berichte, Reise. No Comments.
Wir hatten uns ja nun einen zeitlichen Vorsprung geschaffen und konnten uns einen freien Tag in Mumbai gönnen. Tut ja auch gut, sich mal ein bisschen die Beine zu vertreten. Ist nur schon wegen der Thrombose-Gefahr vom zu Lange zusammengekauert in der Ricksha sitzen eine gute Idee. Wäre ja noch schöner, wenn wir neben Inkontinenzwindeln nun noch Stützstrümpfe anziehen müssten.
Wie Dr. D schon erwähnte, waren wir unerlaubterweise mit dem Tuck nach Mumbai Downtown reingefahren. Besser war es also, die Bestie vor dem Hotel stehen zu lassen und das Zentrum zu Fuss zu erkunden. Wir suchten uns eine Route aus und machten uns auf den Weg. Zuerst einmal fiel auf, dass uns hier die Inder nicht so anstarrten – scheinen sich Bleichgesichter gewohnt zu sein.![]()
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Am Markt versuchten wir, ein Template für unsere kleine SIM Karte des indischen Mobilfunkanbieters zu finden, damit wir diese im alten Handy von Joni aka Jimbo endlich in Betrieb nehmen konnten. Wir scheiterten leider an der Kommunikation. Vielleicht wollten die uns einfach auch ein neues Handy verkaufen.
Dann ein bisschen durch den Markt geschlendert und unten rum zum Hafen. Sofort sahen wir das Wasserversorgungsproblem:
Aber vielleicht war ja auch nur Ebbe.
Hier noch Dr. D vor dem Hotel Taj, da wo 2008 die Anschläge waren. Rund um dieses Areal war denn auch immer noch viel Polizei mit Panzerfahrzeugen und Abschrankungen
Neben Sicherheitskräften hat es hier aber vor allem auch Nepper, Schlepper und Bettler
Mumbai ist in dieser Gegend aber recht schön mit einigen Parks, sehr schönen Gebäuden aus der Kolonialzeit und mit viel Grünflächen und Pflanzen.
Unten beispielsweise der Bahnhof – Victoria Terminus – die Doppeldecker dürfen nicht fehlen.
Sodann hatten wir unser kleines Töurli abgeschlossen. Jimbo hatte eine Fussmassage gespottet und wollte unbedingt da hin. Dr. D. sagen Fussmassagen jedoch nichts – als intellektueller hat er generell eine grössere Distanz zu seinem Körper. Also ging der Dr. zum kopflastigen Bloggen in eine Backpacker-Beiz und Jimbo in die fusslastige Massage.
Nach der Massage wollten wir auf die andere Seite der Südspitze Mumbais den Sonnenuntergang anschauen. Dr. D. hatte in der Backpacker-Beiz beim Bloggen jedoch schon ein paar Kingfisher (das lokale Bier) ins sein kopflastiges Haupt geleert – nach eigener Aussage wurde er vom Personal dazu genötigt, um den Platz zu behalten. Darauf hin entwickelte er gegenüber dem in Richtung Sonnenuntergang vorwärts kommen eine gewisse Renitenz. Jimbos fusslastiger Hartnäckigkeit und der überraschenden Pace eines antiquarischen Mumbai-Taxis ist zu verdanken, dass wir den Sonnenuntergang noch sahen:
Wenn man das Bild genau betrachtet, sieht man, dass die Sonne hier leider nicht im Meer sondern im Smog untergeht.
An der Hafenmole sitzen die Inder und reden miteinander. Teilweise sieht man Päärchen – aber die schmusen nicht – das darf man hier nicht, also haben es Dr. D. und Jimbo auch unterlassen.
Der Hunger meldete sich und wir gingen zurück in unseren Stadtteil um unter dem Lead von Dr. Daktari die Restaurantmeile zu suchen. Die fanden wir dann leider nicht, aber Jimbo musste unbedingt brünzeln und so gingen wir in ein anderes, von aussen recht unauffälliges Lokal. Dass uns der Türsteher mit Handschlag begrüsste erschien uns ein bisschen komisch. Drinnen waren auch alle unsere Freunde und geleiten uns in den oberen Stock, wo wir zum ersten Mal Frauen im Sari im Ausgang sahen – waren auch volumenbedingt nicht zu übersehen, da circa Kleinlasterformat. Die standen aber nur rum und die Männer sassen da und rauchten. Wir die Attraktion weil die einzigen Bleichgesichter. Komisch komisch. Erstmal musste Jimbo aber auf die Toilette und Dr. D. sass derweil oben und sah sich schon einer Nierenentnahme von einer Organspendergang unterzogen.
Wir stellten dann fest, dass die Frauen jeweils das Glas nachfüllten wenn es leer war und einem tief in die Augen schauten. Sonst nichts. Bald waren aber alle schon weg und wir mussten bezahlen. Der Kellner forderte ein grosses Trinkgeld für die Dame. Gaben wir. Darauf forderte er eines für sich. Gaben wir nicht – er hat ja nicht eingeschenkt. Darauf kam er mit einem Kollegen. Gut, dann gibt es halt eines. Besser als mit einem Schnitt auf der Seite und ohne Niere aufwachen.
Folgendes Bild entstand, als alle weg waren. Jimbo hofft, dass er nicht nur schon vom Arm auf dieses Sofa legen einen Achselpilz gefangen hat.
Beim rausgehen, waren alle wieder unsere Freunde und schüttelten unsere Hand. Der Kellner sagte, wir sollen um acht Uhr wieder kommen, dann würden die Damen singen und tanzen. Jaja, würden wir uns überlegen, meinten wir. NOT.
Zuerst mal was essen und ein paar Königsfischer. In einer ziemlich einheimischen Beiz assen wir was feines. Ein älterer indischer Herr setzte sich zu uns. Als wir ihn auf Brockenenglish – “You from Mumbai”? – fragten ob er Mumbaianer sei, antwortete er im breitesten US Südstaatenakzent. Es stellte sich heraus, dass er ursprünglich schon Inder, aber in jungen Jahren in die USA ausgewandert war. Professor an einer Medical School und nun pensioniert. Interessant, wer einem da so über den Weg läuft.
Nach einem netten Gespräch dann zurück zum Hotel, um da festzustellen, dass die nette und aparte Pressebeauftragte des Runs namens Candice eine Nachricht im Hotel hinterlassen hatte. Sie war auch in Mumbai – hatte unser Tuck vor dem Hotel gesichtet und wollte mit uns ein bisschen um die Häuser ziehen. Hatten wir aber leider schon hinter uns. So ein Pech aber auch. Aber man kann nicht immer gewinnen …No can do dice.
Der heutige Tuck of the day ist der Pac Man Tuck. Weshalb sich dieses neuseeländische Team für dieses Design entschieden hat, wissen wir nicht. Aber es muss wohl etwas mit umherirren und etwas essen zu tun haben. Und Schafen.
Das Hotel pic of the day gibt es heute nicht, weil das Hotel dasselbe war wie gestern. So das wär’s für heute.
